US-Kinojahr 2018: Fast ein Rekordjahr

Black Panther
'Black Panther' überflügelte in den USA sogar den großen Bruder 'Avengers: Infinity War' (Walt Disney) ©Marvel Studios 2018


Der Rekordumsatz von 12 Mrd. Dollar blieb den US-Kinos im vergangenen Jahr zwar verwehrt, für einen Rekordumsatz reichte es aber dennoch.
Das solide Wachstum im US-Markt trug dabei zum globalen Erfolg am Boxoffice bei.

Anfängliche Befürchtungen mancher Analysten, ein Jahr ohne Star Wars‘ könnte einem neuen Boxoffice-Höchststand entgegenstehen, haben sich mittlerweile als unbegründet herausgestellt. Am Ende konnte das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2016 laut
ComScore von 11,4 Mrd. Dollar um vergleichsweise deutliche vier Prozent übertroffen werden. Gegenüber 2017 – einem Jahr, das insbesondere wegen der deutlichen
Besuchereinbrüche als Enttäuschung gehandelt wurde – ging es sogar um 6,7 Prozent nach oben. Den damaligen 11,1 Mrd. Dollar stehen nun knapp 11,9 Mrd. Umsatz gegenüber.
Man könnte daher von einer Enttäuschung (wenn auch auf sehr hohem Niveau) sprechen – da die Hoffnung, die 12-Mrd.-Marke zu erreichen nicht geglückt ist. Auch weil der eine oder andere große Titel im (Vor-)Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurückblieb, wie zum Beispiel ‚Mortal Engines‘, der zum veritablen Big-Budget-Flop wurde.

Marktführer in den USA ist (übrigens anders als in Deutschland, wo Universal die Spitzenposition ergatterte) Walt Disney – mit sensationellen Werten.
Gegenüber 2017 stieg der US-Umsatz des Maus-Hauses um 28 Prozent (trotz Enttäuschung wie ‚Solo: A Star Wars Story‘); mit knapp 3,1 Mrd. Dollar lag man um über eine Milliarde vor dem Zweitplatzierten. Unter dem Strich verbuchte Disney in den USA einen Marktanteil von 26 Prozent. Teil des Disney-Line-ups waren unter anderem die drei erfolgreichsten Filme des Jahres, wobei der Spitzentitel wider Erwarten nicht etwa ‚Avengers: Infinity War‘ lautet – sondern ‚Black Panther‘.

Auf Rang 2 musste Warner mit rund 1,93 Mrd. Dollar gegenüber 2017 ein wenig Federn (um fünf Prozent) lassen. Ausgerechnet der hierzulande erfolgreichste Film des vergangenen Jahres (‚Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen‘) zählte in den USA zu den Enttäuschungen. Dafür dürfte sich Warner unter anderem über die Ergebnisse von ‚Aquaman‘ umso mehr freuen, der dem DCU (auch hierzulande) frischen Wind verlieh, nachdem gerade ‚Justice League‘ als Gipfeltreffen der DC-Heroes deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Universal reiht sich in den USA auf Platz 3 ein, mit 1,79 Mrd. Dollar und einem Umsatzplus von 17 Prozent. Um ganze 21 Prozent ging es für Sony nach oben, die 1,28 Mrd. umsetzten. Die schlechteste Entwicklung aller US-Majors machte Fox durch, die in den USA gegenüber dem Vorjahr 18 Prozent an Umsatz einbüßten und bei knapp 1,1 Mrd. landeten. Am anderen Ende des Spektrums gelang es Paramount, sein US-Einspiel um satte 42 Prozent zu erhöhen – allerdings ausgehend von denkbar schwachem Niveau. Trotzdem signalisieren die 757 Mio. Dollar Boxoffice, dass es mit dem Studio (Mission: Impossible Reihe) wieder aufwärts geht.

Ein Blick auf das globale Endresultat für 2018: Dies pendelte sich bei 41,7 Mrd. Dollar ein. Eine Steigerung um gut 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (rund 40,6 Mrd.) und ist ebenfalls ein neuer Rekordwert. Wie entscheidend die US-Resultate für den Aufschwung waren, zeigt dabei der Blick auf die Bilanz für die Märkte außerhalb Nordamerikas.
Das „internationale Boxoffice“ wuchs lediglich um ein Prozent von 29,5 auf 29,8 Mrd. Dollar – wobei Wechselkursschwankungen einer positiveren Entwicklung gegebenfalls im Wege standen. Vor allem am Beispiel Chinas zu beobachten, dem größten internationalen Markt. Dessen Landeswährung war im Jahresverlauf gegenüber dem Dollar unter Druck geraten.