Netflix misst seinen Erfolg nach Instagram-Followern

Im Zuge seiner Quartalsbilanz hat Netflix den Erfolg seines Contents an Instagram-Kontakten von Schauspielern festgemacht.

Was wie ein halbgarer Versuch eines Marktforschungsinstituts aussieht, die Nutzung von Netflix-Originals zu beschreiben, stammt vom Streamingpionier selbst. In seiner aktuellen Bilanz für das dritte Quartal hat der Streaminggigant Angaben veröffentlicht, die den Erfolg einzelner Eigenproduktionen anhand der Follower-Zahl von Schauspielern auf der Plattform Instagram versinnbildlichen sollen. Zum Beispiel: Mitte August startete der Film ‚To All the Boys I’ve Loved Before‘. Netflix zufolge einer der im Berichtszeitraum meist aufgerufenen Titel, der auch mehrmals von Usern angeschaut wurde. Wie immer hält sich das Unternehmen mit konkreten Abrufzahlen bedeckt. Stattdessen vergleicht Netflix die Follower-Zahl von Schauspielern wie Noah Centineo und Lana Condor: So hatte demnach Centineo vor dem Start von ‚To All the Boys I’ve Loved Before‘ auf Instagram 0,8 Mio. Kontakte. Seit Veröffentlichung des Film stieg die Zahl auf 13,4 Mio. (Stand: 4. Oktober). Bei Condor waren es im August erst 0,1 Mio. Inzwischen kommt die Darstellerin auf 5,5 Mio.

Vergleichbare Unterschiede weist Netflix anhand von Darstellern in ‚Stranger Things‘, „Haus des Geldes“, „Tote Mädchen lügen nicht“ und ‚The Kissing Booth‘ nach. Millie Bobby Brown, eine der Jungstars aus ‚Stranger Things‘, hat mittlerweile 17,6 Mio. Instagram-Followers. Vor dem Serienstart war der Freundesbestand nicht messbar, jedenfalls nicht im Millionenbereich, also 0,0 Mio. (Zeitpunkt: Juli 2016). Natürlich lassen die Angaben keine Rückschlüsse auf Abrufzahlen einzelner Eigenproduktionen zu: Allenfalls sind sie ein Anhaltspunkt für relative Popularität.

Netflix schreibt daher in aller Bescheidenheit: „Dieses explosive Wachstum der Popularität ist ein guter Indikator dafür, dass unsere Shows und Stars weltweit beliebt sind.“