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Warner Bros. bietet seine Filme künftig gleichzeitig in Kinos und als Streaming an

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Die Corona-Krise trifft die Kinobranche schwer. Nun kommt ein weiterer Rückschlag aus Hollywood. Das Studio Warner Bros. bringt 2021 seine Filme in den USA zeitgleich auf der Leinwand und per Streaming heraus. Kinokettenbetreiber sind empört.

Warner Bros. will 2021 seine Filme zeitgleich im Kino und per Streaming herausbringen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wolle man im kommenden Jahr diese neue Vermarktungsstrategie einführen, gab das Hollywood-Studio am Donnerstag bekannt. Nach diesem Model sollen 17 Filme, darunter ‚Godzilla vs. Kong‘, ‚The Suicide Squad‘, ‚Dune‘ und ‚Matrix 4‘, in den USA parallel zum Kinostart auch beim Streamingdienst HBO Max des Medienkonzerns Warner Media erscheinen.
Gewöhnlich liegen viele Wochen zwischen der Veröffentlichung im Kino und der späteren Streaming-Verwertung. „Wir leben in beispiellosen Zeiten, die kreative Lösungen notwendig machen“, sagte Warner-Bros.-Chefin Ann Sarnoff in einer Mitteilung. Natürlich wünsche sich jeder Filme auf der großen Leinwand, doch es müsse eine realitätsbezogene Balance gefunden werden. Die meisten Kinos in den USA würden im kommenden Jahr vermutlich mit geringerer Kapazität wirtschaften, prophezeit Sarnoff: Doch mit dem „einzigartigen Einjahresplan“ könnte Warner Bros. gleichzeitig die Kinos und die Filmliebhaber zu Hause mit Inhalten versorgen.

Von Seiten der Kinokettenbetreiber kam umgehend Kritik. Adam Aron, Chef des weltweit größten Kinobetreibers AMC Entertainment, warf Warner Media vor, mit diesem Modell auf Kosten der Studio-Profite seinen Streamingdienst HBO Max zu „subventionieren“. Als Kinobetreiber müssten sie „offensiv“ ihre eigenen Wirtschaftsinteressen verfolgen, sagte Aron laut Hollywood Reporter. Er hoffe auf baldige Impfungen gegen das Coronavirus und die Rückkehr der Zuschauer ins Kino. Doch für die US-Kinoketten war die Streaming-Ankündigung von Warner Bros. am Donnerstag ein weiterer Rückschlag. Die Aktien der großen Unternehmen wie AMC, Cinemark und IMAX rutschten ab.
Nach den Plänen des Hollywood-Studios sollen die 17 neuen Warner-Filme 2021 parallel zum US-Kinostart einen Monat lang bei HBO Max zu sehen. Danach sollen sie weltweit nur noch in den Kinos laufen. HBO Max steht derzeit nur Abonnenten in den USA zur Verfügung. Dieses Hybrid-Modell hatte Warner Bros. kürzlich bereits für den Film ‚Wonder Woman 1984‘ angekündigt.
Der Superheldinnenstreifen kommt am 25. Dezember gleichzeitig bei HBO Max und in den US-Kinos heraus. Wegen der Coronavirus-Pandemie war der Kinostart zuvor mehrmals verschoben worden. In wichtigen Märkten in den USA, darunter New York und Los Angeles, sowie weltweit sind viele Kinos wegen der Corona-Krise geschlossen oder dürfen nur mit geringer Auslastung öffnen. Zahlreiche geplante Filmstarts sind in den letzten Monaten auf 2021 verlegt worden.

Mit dem traditionellen Kinostart des Christopher-Nolan-Films ‚Tenet‘, der als einziger Blockbuster im Pandemie-Sommer auf die Leinwand kam, hatte Warner Bros. in den USA eine Pleite erlebt. Die mit Spannung erwartete 200-Millionen-Dollar-Produktion spielte dort nach Angaben den Branchenportals Boxoffice Mojo magere 57 Millionen ein. 2021 wird zeigen, ob die Rechnung von Warner Bros. mit gleichzeitiger Streaming-Veröffentlichung seiner Kinofilme aufgeht – und ob die Kinos sich unter dem Druck des Streaming-Booms und der Corona-Krise über Wasser halten können. Mit der Exklusivität, dass Filme zuerst im Kino laufen bevor sie auf Streamingplattformen zur Verfügung stehen, ist es zumindest zunächst vorbei. Ein weiterer kleiner Todesstoß für die Kinobranche.

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