Film Reviews Review: Kriminelle Polizisten in 'Faking Bullshit'

Review: Kriminelle Polizisten in ‚Faking Bullshit‘

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Mit Chaos den Job retten – Komödie ‚Faking Bullshit‘

In der nordrhein-westfälischen Provinz, genauer Ahlen, geht die Kriminalität gegen Null. Eigentlich eine gute Nachricht, nicht aber für die Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol), Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe). Denn weil es nicht genug Arbeit für die Gesetzeshüter gibt, soll ihre Polizeiwache aufgelöst werden. Eine Katastrophe, die die Vier nicht so einfach hinnehmen wollen. Ihr Plan: Wenn die Verbrecher einen Bogen um die Kleinstadt machen, dann helfen sie der Kriminalität eben selbst auf die Sprünge. ‚Faking Bullshit‘ nennt sich die turbulente Komödie von Alexander Schubert, die einen etwas anderen Blick auf das gemächliche Leben im Nirgendwo bietet.

Die „heute-show“ ist bekannt dafür, satirisch, bissig und unterhaltsam das aktuelle Zeitgeschehen zu kommentieren. Einer der Darsteller ist Alexander Schubert, der dort seit 2010 als Albrecht Humboldt auftritt. Nun gibt der Schauspieler sein Debüt als Kinoregisseur mit ‚Faking Bullshit‘, einem Remake des schwedischen Films ‚Kopps‘ (2003).

Obdachloser „Klaus“ (Bjarne Mädel)

Die vier Polizisten Deniz , Rocky, Netti und Hagen versuchen in ‚Faking Bullshit‘ mit allen Mitteln, die Schließung ihrer Provinz-Dienststelle zu verhindern. Dabei schrecken sie vor nichts zurück und stiften sogar den Obdachlosen Klaus (Großartig: Bjarne Mädel) zu Straftaten an.
Die Komödie mit ihren 103 Minuten zieht sich zwar zuweilen etwas in die Länge, wobei die Story stellenweise nicht wirklich voran kommt, ein kurzweiliger Kinospaß ist die Komödie aber dennoch. Die Geschichte ist durchaus vorhersehbar.

So ist ausgerechnet die Frau, die Deniz abends in einer Bar (vergebens) angräbt, die neue Polizeikollegin Tina (Sina Tkotsch) aus Düsseldorf, wie sich am nächsten Morgen herausstellt. Sie soll die Schließung der Dienststelle vorbereiten, weil die Beamten dort völlig unterbeschäftigt sind. Daraufhin beschließen Deniz und seine Kollegen, ihr beschauliches Provinznest aufzumischen und dafür zu sorgen, dass die Kriminalitätsrate gewaltig ansteigt. Statt Straftaten zu verhindern, werden sie selbst zu Gesetzesbrechern.

Netti (Sanne Schnapp), Rocky (Adrian Topol), Deniz (Erkan Acar), Hagen (Alexander Hörbe) v.l.n.r.

Das Original ‚Kopps‘ punktet mit Skurrilität, erfrischend verrückten Ideen, Situationskomik und herrlich trockenem Humor. Wer aber bei ‚Faking Bullshit‘ die Bissigkeit der „heute-show“ erwartet, wird enttäuscht. Viele, vor allem politische Andeutungen, sind dafür einfach zu harmlos. Die Dialoge zuweilen zu belanglos, obwohl der Film immer wieder mit netten Ideen und zwischenzeitlich auch mit witzigen Dialogen auftrumpfen kann.
Bereits die Anfangsszene mit einer Überraschungsbesetzung und Erkan Acar macht Laune. Kleiner Wermutstropfen; ganz so rasant und scharfsinnig geht es im Film leider nicht weiter.

Eingebunden werden immer wieder Debatten um die Gleichstellung der Geschlechter, die allerdings wenig zur Diskussion beitragen, sondern vielmehr sämtliche Rollenklischees zementieren, weil doch eigentlich alles gut so ist wie es ist. Hier würde man sich wünschen Regisseur Alexander Schubert hätte einige Worthülsen stärker als Ironie „gekennzeichnet“.

Fazit:

Und obwohl der Humor meist flach, der Film einige Minuten zu lang ist und die Story des öfteren vor sich dahinplätschert, so ist ‚Faking Bullshit‘ mit seinem erfrischenden Cast der nicht zu den „Üblichen Verdächtigen“ zählt, eine willkommene Abwechslung und Alternative im ansonsten von Mainstream-Filmen geprägten müden deutschen Komödien-Einheitsbrei.
Kein perfektes, aber liebenswürdiges Regiedebüt von Alexander Schubert.


Faking Bullshit, Deutschland 2020, 103 Min., FSK ab 12, von Alexander Schubert, mit Erkan Acar, Adrian Topol und Sanne Schnapp. Kinostart 10. September 2020.

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