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Mit Popcorn, mit oder ohne Maske: Wie kann ein Kinobesuch jetzt aussehen?

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Nach wochenlangen Schließungen dürfen die ersten Kinos nun wieder öffnen. Dabei wird sich einiges verändern – die Besucher müssen sich auch hier an eine neue Normalität gewöhnen.

Bislang musste man sich über einen Kinobesuch nicht wirklich viele Gedanken machen. Nun aber verändert die Corona-Pandemie auch unsere Zeit im Kino. Bundesweit haben die ersten Lichtspielhäuser schon wieder geöffnet, darunter einige in Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Mittwoch (27.5.) sollte Hamburg folgen, Donnerstag (28.5.) dann Sachsen-Anhalt. In den kommenden Wochen sind die Wiedereröffnungen für Nordrhein-Westfalen (30.5.), Baden-Württemberg (1.6.), Brandenburg (6.6.) und Bayern (15.6.) angekündigt. Wie aber sieht so ein Kinobesuch künftig aus?
Zum Kino gehen, sich von der freundlichen Mitarbeiterin an der Kasse den Saalplan zeigen lassen und in Ruhe überlegen, wo man am liebsten sitzen möchte: Das gehört nun wohl erst einmal der Vergangenheit an. Stattdessen bitten die Kinos ihre Kunden darum, die Karten online zu kaufen. Auch in den Kinos selbst soll es möglichst wenige Interaktionen geben. Cinemaxx-Geschäftsführer Frank Thomsen erklärt: „Beim Einlass erfolgt eine kontaktlose Ticketprüfung. An allen Kassen – Kinokasse und Gastronomietheken – kann mit Karte oder kontaktlos gezahlt werden.“

Kinobesuch mit Abstand


Am Rand, in der Mitte oder der letzten Reihe? Viele haben Lieblingsplätze, auf die sie sich im Kino gern setzen. Um allerdings die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten, werden nun nicht alle Sitze im Saal verfügbar sein. Paare und Freunde dürfen bei gemeinsamer Buchung zwar nebeneinandersitzen, allerdings müssen dann nach derzeitigen Regeln 1,5 Meter Abstand zu den nächsten Besuchern eingehalten werden. Das bedeutet, dass mehrere Plätze neben, vor und hinter einem frei bleiben und nicht von anderen Gästen belegt werden dürfen. Sitzplätze sind fest zugewiesen. Wie die Kinos das bei Buchungen genau regeln, ist noch nicht überall geklärt. „Zwischen den Sitzen, die als Zweier-Blöcke online buchbar sind, sind entsprechende Sitzplätze für den geforderten Abstand blockiert und bleiben frei“, betont etwa Thomsen von Cinemaxx. Nach Angaben von Christine Berg vom Vorstand HDF Kino könnten Kartensysteme möglicherweise auch so verändert werden, dass das System bei einer Buchung automatisch die umliegenden Plätze blockt. Dies könnte eine etwas flexiblere Sitzplatzwahl ermöglichen. Die Kinos hoffen allerdings, dass sich diese Abstandsregeln noch einmal verändern werden. Denn wenn es bei 1,5 Metern Abstand bleibt, kann ein Saal nach Angaben der Verbände HDF Kino und AG Kino maximal zu 20 oder 25 Prozent ausgelastet werden. Die Mehrzahl der Plätze bleibt leer: „Wenn zwei Plätze belegt sind, müssen 12 frei bleiben“, sagt Berg. Laut Christian Bräuer von der AG Kino wäre schon ein Meter Abstand – wie in Österreich – eine Verbesserung, weil dann immerhin jede Reihe besetzt werden könnte. „Dann wäre ein Schachbrettsystem denkbar, bei dem zwar jede Reihe, die Plätze aber versetzt und nicht direkt hintereinander belegt werden.“

Zu den Traditionen eines Kinobesuchs gehört für viele auch die Verpflegung: Die einen gönnen sich überbackene Nachos, die anderen wollen in eine Riesentüte Popcorn greifen, während andere mit einem Bierchen oder Prosecco anstoßen. Darauf darf man sich auch weiterhin freuen. Denn an den Bars und Theken der Kinos soll es wie gehabt Getränke und Snacks zu kaufen geben. Allerdings wird es wegen der Hygienevorschriften ähnlich wie in Supermärkten und anderen Geschäften etwas anders sein als bisher. Das bedeutet in den meisten Fällen: Mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz anstehen und bestellen. Dabei werden die Mitarbeiter oft hinter einer Plexiglasscheibe stehen. Vielleicht werden Nachos und Co. künftig auch mit einer kleinen Abdeckung überreicht.

„Entschuldigung, darf ich mal kurz vorbei?“ Bisher drängelte man sich an den anderen Gästen in der Reihe vorbei, wenn man zur Toilette wollte. Nun wird es deutlich weniger Gäste in derselben Reihe geben – wenn überhaupt. Die Toiletten können zwar weiterhin benutzt werden. Allerdings muss man sich dann beim Verlassen des Platzes meist den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen. Apropos Masken: Ob man auch während des Films die Gesichtsmaske tragen muss, ist laut Berg noch nicht in allen Bundesländern klar geregelt. Bei Cinemaxx heißt es, dass die Maskenpflicht bei den bereits geöffneten Kinos beim Ein- und Auslass in die Kinosäle sowie bei Toilettenbesuchen während der Vorstellungen gilt. „Sobald im Saal der zugewiesene Sitzplatz eingenommen wurde, darf die Maske abgenommen werden.“ Sollte es lokal jedoch eine gesetzliche Maskenpflicht für den gesamten Kinobesuch geben – auch während der Vorstellung – würde das natürlich auch bei Cinemaxx gelten. Kinobetreiber organisieren nun auch anders als bisher. Gerade in größeren Betrieben werden die Filme stärker zeitversetzt starten als bisher, um den Andrang der Gäste zu entzerren. Es wird auch noch häufiger geputzt, vor allem Türklinken und Handgriffe. Wahrscheinlich werden auch die Türen zu den Sälen für die Zeit des Einlasses geöffnet sein, damit nicht jeder sie anfassen muss. In einigen Kinos werden die Besucher vielleicht auch mehr geleitet als bisher, indem etwa ein Ein- und ein Ausgang festgelegt wird.

Dann bleibt aber noch die Frage nach aktuellen Kinofilmen. Viele Produktionen, vor allem Blockbuster aus den USA, wurden auf den Herbst bis weit ins nächste Jahr verschoben. Kinos, die bereits geöffnet haben, spielen zum Teil nur eine handvoll Filme die bereits Anfang des Jahres liefen, bis zur Schließung der Kinos. Die Frage also bleibt; lohnt sich überhaupt der Gang ins Kino vor Herbst 2020? Zumindest werden zum Beispiel Berlinale-Filme wie ‚Undine‘ (2.7.) und ‚Berlin Alexanderplatz‘ (25.6.) oder Christopher Nolans ‚Tenet‘ (16.7.) demnächst als Neustarts anlaufen.

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