Spotlight Regisseur Joel Schumacher mit 80 Jahren gestorben

Regisseur Joel Schumacher mit 80 Jahren gestorben

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Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Joel Schumacher, der unter anderem durch die ‚Batman‘-Filme bekannt wurde, ist tot. Er starb am Montag in New York nach einem einjährigen Kampf gegen Krebs. Schumacher wurde 80 Jahre alt. Viele Stars, die er vor die Kamera geholt hatte, würdigten Schumachers Lebenswerk. „Was für ein Verlust“, schrieb Oscar-Preisträger Michael Douglas auf Instagram. Schumacher sei „so talentiert und mitfühlend“ gewesen. Ihre Zusammenarbeit an ‚Falling Down‘ zähle mit zu seinen besten Karriereerfahrungen. In dem düsteren Thriller-Drama spielte Douglas 1993 einen Amokläufer in Los Angeles.

Joel Schumacher feierte in Hollywood Erfolge und verkraftete Flops. Er drehte mit Stars wie Nicole Kidman, Julia Roberts und Michael Douglas.
Seinen Höhenflug in Hollywood erlebte Joel Schumacher in den 1990er Jahren. Michael Douglas spielte für ihn die Rolle eines Amokläufers in Los Angeles in ‚Falling Down‘. Er brachte die John-Grisham-Bestseller ‚Die Jury‘ und ‚Der Klient‘ auf die Leinwand – mit Stars wie Susan Sarandon, Sandra Bullock, Tommy Lee Jones und Matthew McConaughey. ‚Batman Forever‘ (1995) war ein großer Hit.

Für den Thriller ‚Flatliners‘ konnte er 1989 Julia Roberts und Kiefer Sutherland als experimentierfreudige Medizinstudenten mit einem dunklen Geheimnis gewinnen.Seine Filmkarriere hatte Schumacher als Kostümbildner begonnen. Unter anderem stattete er Woody Allens Filme ‚Sleeper‘ und ‚Innenleben‘ aus. Doch schon als Kind habe er den Wunsch gehabt, Regie zu führen, erzählte Schumacher im Vice-Interview. Er sei neben einem Kino aufgewachsen und habe Filme gesehen, bevor Fernsehen populär wurde. „Ich liebte Filme und wollte selber Geschichten erzählen.“

Schon mit seinem dritten Regieprojekt ‚St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief‘ war Schumacher 1985 in Hollywood aufgefallen. Der Streifen mit den damaligen sogenannten Brat-Pack-Stars (Schauspieler, die häufig zusammen auftraten und auch feierten) Emilio Estevez, Ally Sheedy, Rob Lowe und Demi Moore drehte sich um Drogen- und Liebesprobleme rebellischer Teenager. Der Regisseur bekannte sich damals offen zu seiner früheren Drogen- und Alkoholsucht, die ihm jahrelang zu schaffen machte. „Er war urkomisch und hatte einen außergewöhnlichen Geschmack“, erinnerte sich Lowe in einer Würdigung bei Variety. Statt ihm die Rolle des Yuppies zu geben, habe Schumacher ihn den „Bad Boy“ spielen lassen. „Er war ein herausragendes Original. Ich werde ihn nie vergessen“, sagte Lowe.

Joel Schumacher

Jetzt müssen Kollegen und Fans von Schumacher Abschied nehmen. Der gebürtige New Yorker hinterlässt gut zwei Dutzend Filme. ‚Batman Forever‘ (1995) war ein Kinokassen-Erfolg. Schumachers Vision mit Val Kilmer als Batman und Jim Carrey als überdrehtem Riddler war bunter und schriller als vorherige ‚Batman‘-Verfilmungen. In Schumachers langer Karriere gab es einen prominenten Flop. Trotz Star-Besetzung um George Clooney, Arnold Schwarzenegger und Uma Thurman wurde ‚Batman & Robin‘ (1997) von Fans und Kritikern gleichermaßen zerrissen. Die schräge Comic-Verfilmung holte elf Nominierungen für den Spottpreis „Goldene Himbeere“.
Über Niederlagen spricht man in Hollywood ungern, doch Schumacher gab es 2017 zum 20. Jahrestag der Comicverfilmung im Interview mit Vice unumwunden zu. „Ich möchte mich bei jedem Fan entschuldigen, der enttäuscht wurde, denn ich denke, das bin ich ihnen schuldig“, sagte der Regisseur. „Es wird auf meinem Grabstein stehen, das weiß ich“, flachste er.

Nach dem ‚Batman‘-Fiasko an den Kinokassen kehrte der Regisseur zu Independent-Produktionen zurück. In ‚8MM‘ (1999) versetzte er Nicolas Cage als Privatdetektiv in die Unterwelt des Hardcore-Pornogeschäfts. Mit Colin Farrell drehte er 2003 ‚Nicht auflegen‘. Der Thriller, der hauptsächlich in einer Telefonzelle spielt, war schon nach wenigen Tagen im Kasten. Cate Blanchett trat für das auf wahren Tatsachen beruhende Polit-Drama ‚«Die Journalistin‘ vor seine Kamera. Seinen letzten Spielfilm drehte Schumacher im Jahr 2011. In dem Verbrecherdrama ‚Trespass – Auf Leben und Tod‘ übernahmen Nicolas Cage und Nicole Kidman die Hauptrollen. Auch im hohen Alter mischte Schumacher in der Filmszene noch mit. Beim Cinepocalypse-Filmfestival 2019 in Chicago war der Regisseur Vorsitzender der Jury. Eine Woche lang drehte sich alles um Horror, Action und Sci-Fi. Mit ‚Falling Down‘ und ‚Flatliners‘ zollte das Festival dem Filmemacher Tribut.

‚Batman Forever‘-Star Jim Carrey würdigte das „wunderbar kreative und heldenhafte“ Leben des Regisseurs. Schumacher habe „tiefere Dinge“ in ihm gesehen, als die meisten Menschen. Er sei dankbar für seine Freundschaft. Carrey spielte den überdrehten Riddler in der schrillen ‚Batman‘-Verfilmung mit Val Kilmer in der Hauptrolle. Er war ein kreativer, intensiver und leidenschaftlicher Regisseur, erklärte Emmy Rossum. Sie habe weinen müssen, als sie von seinem Tod erfuhr, trauerte die Schauspielerin, die in Schumachers Musical-Verfilmung ‚Das Phantom der Oper‘ (2004) mit 17 Jahren die weibliche Hauptrolle spielte. Kiefer Sutherland, der mit Schumacher vier Filme drehte, darunter ‚Flatliners‘ und die Krimis ‚Die Jury‘ und ‚Nicht Auflegen!‘, trauerte um einen „besten Freund“ und Partner im Filmgeschäft. „Sein Einfluss auf moderne Kultur und Film wird für immer fortbestehen“, schrieb Sutherland auf Twitter. Auch Nicolas Cage, der für Schumacher in dem düsteren Drama ‚8MM‘ als Detektiv in die Unterwelt des Pornogeschäfts abtauchte, würdigte sein Werk. Mit Cage und Nicole Kidman drehte der Regisseur 2011 auch seinen letzten Spielfilm, das Verbrecherdrama ‚Trespass – Auf Leben und Tod‘.

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